Mein Löwenherz

Kleines Herz ganz groß, unser Leben mit einem herzkranken Kind

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01.03.2017

Stationäre Aufnahme die Achte

Mein Mamagefühl täuschte mich wie immer nicht. Nur drei Tage nach der Kontrolle in der Klinik begann ich mir wieder Sorgen um das Löwenbaby zu machen. Augenscheinlich sah er gut aus, doch ich merkte, dass wieder etwas in die falsche Richtung lief. Seine Sauerstoffsättigung war etwas schlechter als sonst, die Atmung schneller, genauso wie sein Herzschlag. Alles noch im Rahmen, aber doch schrillten meine Alarmglocken, sodass ich wieder die Klinik aufsuchte. Wieder einmal sagte ich zum Löwenpapa: „Wir müssen da jetzt hinfahren!“. Er war positiv gestimmt, dass bestimmt alles in Ordnung sei. Ich sah das anders. Ich hatte die Vermutung, dass die Medikamente zu niedrig dosiert waren. Seit der Rückverlegung des künstlichen Darmausganges vor 1 Monat, hat das Löwenherz 1 kg zugenommen. Das ist ein super Erfolg, wir haben tatsächlich die 6 kg Marke geknackt. In der Klinik angekommen war es fast so als würden wir zu einem großen Familientreffen gehen. Durch meine Arbeit treffe ich immer das ein oder andere Gesicht. Aber diesmal wurde mir deutlich bewusst, wieviel Zeit wir schon als Patient dort verbracht haben, als ich die vielen anderen Löwenmamas traf und mich immer wieder aufs Neue verquatschte. Einige waren stationär, andere wiederum nur zur Kontrolle da. Es fühlte sich alles so vertraut an. War es auch. Aber anders vertraut. Irgendwie ein bisschen familiär. Man teilt ja doch im Großen und Ganzen gleiche oder ähnliche Sorgen, was ein Außenstehender (zum Glück) nur schwer nachfühlen kann.

Ich hatte das Gefühl wieder schweißgebadet zu sein, als ein Oberarzt zum Ultraschall hereinkam. Er fragte mich, warum wir da seien und war guter Dinge, da das Löwenbaby einen guten Eindruck machte. Seine Worte nach dem Ultraschall: „Da haben sie wirklich ein gutes Gespür. Die Werte haben sich im Vergleich zu letzter Woche deutlich verschlechtert. Das bekommen wir nur stationär in den Griff und müssen schauen woran es liegt. In ca. 3 Tagen werden wir den Grund feststellen können!“. Und wieder war da diese Ungewissheit in der Luft. Ich versuchte diesmal stark zu bleiben und konnte meine Tränen weitestgehend zurückhalten. So schrieb ich dem Löwenpapa eine Liste mit Kleidung und Dingen die wir „dringend“ benötigten. Nach gefühlten 5 Stunden hatte er die Liste abgearbeitet und brachte uns unsere Sachen. Die Löwenoma musste auch wieder einspringen, um den Löwenbruder aus dem Kindergarten abzuholen. Während der Löwenpapa den Koffer packte (ich habe mir übrigens zu Weihnachten ein 3 teiliges Kofferset gewünscht, sehr leicht zum Rollen, extra für die Klinik), bezog ich das Dreibettzimmer. Dieses Mal war es in Ordnung. Ich war gefasst und die beiden anderen Mamis sehr nett. Die eine Mama kannte ich schon aus einem anderen Aufenthalt. Man sieht sich immer wieder.So bekam das Löwenbaby als erstes wieder einen Zugang, was zum Glück gut funktionierte. Auch die Blutwerte offenbarten, dass sein Herz deutlich mehr belastet ist. Ein Röntgen fand stand und zeigte, dass auch die Lunge wieder „voller Wasser“ war. Nun wurde damit begonnen ihm Lasix über die Vene zu geben um das Wasser auszuschwemmen. Zusätzlich erhöhten die Ärzte die Dosierung für das Medikament, welches der Löwe gegen seine Herzinsuffizienz bekommt.
Unsere stationäre Aufnahme war an einem Freitag. Nun folgte also das Wochenende, was in der Klinik immer ziemlich langweilig ist. Wir vertrieben uns die Zeit mit Spaziergängen auf dem Klinikgelände und zur Drogerie, sowie am Sonntag mit Krankenwagen gucken und den Spielplatz unsicher machen mit dem Löwenbruder. Mittlerweile haben der Löwenbruder und der Löwenpapa ein festes Ritual. Immer wenn sie uns am Wochenende besuchen, bringen sie selbst gebackenen Kuchen mit. Der Löwenbruder besteht darauf.
Die Nächte waren leider wieder ziemlich anstrengend. Der Löwe kam schlecht zur Ruhe, so waren die Nächte meistens schon gegen 3 Uhr vorbei und wir schlichen auf dem Stationsflur umher. Einmal gab ich ihn für ein Stündchen zu einer unserer Lieblingsschwestern, damit ich noch mal die Augen zumachen konnte.
Die Therapie wirkte schnell und nach drei Nächten erfolgte ein erneuter Ultraschall sowie eine Blutentnahme. Alle Werte hatten sich verbessert, das Lasix konnte abgesetzt werden. Der Oberarzt der Station führte den Ultraschall im Beisein einer Studentin durch. Seine Worte zum Schluss: „ Das ist ein ganz tolles Kind mit einem super Charakter. Da lohnt sich jeder Aufwand und jede Investition“. Was für eine schöne Aussage. Ich hatte fast ein bisschen Pipi in den Augen.
Das Löwenbaby ist wirklich etwas ganz Besonderes, wie jedes Kind. Aber er ist irgendwie anders. Er hatte bestimmt schon ca. 100 Ultraschalle vom Herzen und hierbei bei keinem geweint, stattdessen guckt er immer ganz gespannt auf den Bildschirm und beobachtet das Geschehen. Das Löwenbaby ist zu jedem freundlich und sehr offen. Er kann sich stundenlang mit seinem Spielzeug selbst beschäftigen, ist total ausgeglichen und weint nur bei verständlichen Sachen wie z.B. bei einer Blutentnahme. Gerade erst wurden wir von einer Schwester gefragt, ob er auch mal richtig los schreit. Das konnte ich verneinen. Ich kenne keinen anderen Menschen, der so eine Lebensfreude ausstrahlt. Das Löwenbaby hat schon so viel mitgemacht und doch lässt er sich nie unterkriegen. Neben ihm komme ich mir richtig schwach vor. Ich bin so unheimlich stolz, dass er mein Baby ist und sich immer alle freuen ihn zu sehen.
Nachdem alles soweit gut aussah, durften wir schon nach drei Nächten wieder nach Hause und ich durfte zu Hause weiter beobachten, ob mit der Medikamentenumstellung alles in Ordnung bleibt. Der Löwenbruder freute sich und auch das Löwenbaby schlief wieder viel ruhiger.
Wahrscheinlich wird es uns noch einige Zeit begleiten, dass wir uns immer mal wieder einer stationären Aufnahme unterziehen müssen. Aber zum Glück kenne ich meinen Löwen so in- und auswendig, dass ich die kleinste Veränderung sofort bemerke und man dann schnell reagieren kann. 3 Tage Klinik sind noch vertretbar. Die Hauptsache ist, dass die OP, wo die Mitralklappe ersetzt werden muss, noch einige Zeit auf sich warten lässt. Das wäre großes Glück, auch wenn einige Ärzte prognostisch schon erwähnt haben, dass die OP wohl im kommenden Jahr stattfinden muss. Aber das Löwenbaby hat es ja schon häufig allen gezeigt und egal wie es kommt, ich zweifle keine Sekunde daran, dass er so kämpfen wird, wie er es die letzten 8 Monate getan hat.

                                                         Unser Löwenherz 

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Admin - 15:01:36 | Kommentar hinzufügen

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