Mein Löwenherz

Kleines Herz ganz groß, unser Leben mit einem herzkranken Kind

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04.12.2016

Gedanken

Das Löwenbaby ist mein zweites Kind und ich werde immer wieder mit den Unterschieden konfrontiert ” Gesundes Baby -Krankes Baby”.
Meine Sicht der Dinge hat sich komplett verschoben. Was mir beim Löwenbruder wichtig war verliert in unserem jetzigen Leben total an Bedeutung . Manchmal ärgere ich mich darüber, mit was für unwichtigen Dingen ich damals meine Zeit verschwendet habe.
So habe ich zum Beispiel bestimmt eine Woche lang die Frage erörtert, ob der Löwenbruder als ersten Brei lieber Pastinake oder Karotte bekommen soll. Ich hatte damals wirklich das Gefühl, das sein Leben zum Teil von dieser Entscheidung beeinflusst wird.
Welche Feuchttücher sind die Besten? Soll ich überhaupt Feuchttücher verwenden? Die Suche nach einem pädagogisch wertvollen Spielzeug, täglich mindestens 2 Stunden frische Luft, welchen Badezusatz verwende ich?, Habe ich auch genug Arnica und Zahnungsglobulis im Haus? Welche Pre Milch hat bei Stiftung Warentest am Besten abgeschnitten?, mein Baby hat bestimmt Blockaden, ich sollte schnell einen Osteopathen aufsuchen, Ist der Chlorgehalt beim Babyschwimmen auch nicht zu hoch? Und und und, diese Liste kann ich ewig so weiter führen.
Das sind wohl alles “Probleme” mit denen man sich beim ersten Kind beschäftigt, zumindest habe ich es getan.
Weiterhin habe ich mir immer große Sorgen um den Löwenbruder gemacht, da er laut Kinderarzt untergewichtig war. Sorgen machen hat mittlerweile eine völlig neue Definition für mich bekommen.
Ich bin aber auch der Ansicht, dass man sich nicht immer mit dem Schlimmsten vergleichen sollte und somit alltägliche Probleme als nichtig erklärt. Nur weil ich ein schwerkrankes Kind habe, darf meine Freundin sich trotzdem Sorgen um ihr Baby machen, welches einen Schnupfen hat oder auch darüber ärgern, weil Alnatura mal wieder einen Babybrei zurück gerufen hat.
Es wäre ja schlimm wenn es keine alltäglichen Probleme mehr geben darf. Wenn es danach geht sind auch unsere Probleme unwichtig, denn schlimmer geht immer. Und das Löwenbaby lebt. 
 
Ich möchte damit auch nicht sagen, dass ich mir beim Löwenbaby keine Gedanken um Alltägliches mache. Aber ich lasse diesen Dingen nicht so viel Gewicht zukommen. Vielleicht ist es beim zweiten Kind auch nochmal etwas anderes. Man hat schon Erfahrungen gesammelt und ist vielleicht generell entspannter. Trotzdem ärgere ich mich, dass ich die schöne Babyzeit beim Großen nicht einfach zu 100% genießen konnte.

K1600_DSC_1348.jpgDie Babyzeit vom Löwenbaby habe ich hauptsächlich bei ihm in der Klinik verbracht und um sein Leben gebangt. Ich hatte nach dem Kaiserschnitt keine Hebamme die nach mir geguckt hat, keinen Rückbildungskurs oder sonstige Babykurse/Babytreffen. Eine Freundin hat meine Pflaster auf der Toilette der Intensivstation abgemacht. Erst nach der Entlassung nach 4 Monaten war ich bei meiner Frauenärztin zur Kontrolle.Die Frage nach der richtigen Flasche wurde vorerst einfach damit beantwortet welche Marke die Klinik vorrätig hat. Über das Babyschwimmen habe ich keinerlei Gedanken verloren bisher und bin mir auch nicht sicher, ob es auf Grund der Keimbelastung überhaupt möglich wäre….

Es macht mich manchmal sehr traurig, dass uns beim Löwenbaby diese schöne Babyzeit verwehrt geblieben ist und ich erwische mich dabei mir zu wünschen, dass er schnell größer wird in der Hoffnung, dass er die Dinge die noch kommen besser wegsteckt. 

Aber was mich noch viel trauriger macht ist die Tatsache was mein Löwe schon alles aushalten und ertragen musste. So gerne hätte ich alle Last auf mich genommen. Aber ich bin froh, dass er klein ist und sich wohl später nicht mehr daran erinnern wird und auch, dass er noch kein richtiges Angstbewusstsein hat. Aber auch das wird sich irgendwann zwangsläufig ändern.

                         Ich bin so stolz auf mein kleines, großes , starkes Löwenherz

K1600_DSC_1420.jpg

Admin - 15:00:04 | Kommentar hinzufügen

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