Mein Löwenherz

Kleines Herz ganz groß, unser Leben mit einem herzkranken Kind

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19.11.2016

Glück im Unglück

Im Nachhinein ist mir erst so richtig bewusst geworden was für ein riesiges Glück wir trotz Allem hatten.

Das Löwenbaby lag seit Mitte der Schwangerschaft konsequent mit dem Po nach unten, das heißt falsch herum. Ich versuchte durch indische Brücke, dem Taschenlampen- und Spieluhrtrick und schlussendlich mit moxen ihn dazu zu bewegen sich zu drehen. Aber keine Chance. Dann informierte ich mich über eine Spontangeburt aus Beckenendlage. Da ich schon ein Kind entbunden habe, sollte das möglich sein. Mir war das aber dann alles zu heikel und ich entschied mich widerwillig zu einem Kaiserschnitt. Das Löwenbaby hat mit der Entscheidung sich nicht zu drehen alles richtig gemacht. Eine Spontangeburt hätte er, laut Aussagen der Ärzte, eventuell nicht überlebt oder es wäre zu großen Komplikationen gekommen.
Des Weiteren war für mich schon immer klar, dass ich nur in einem Krankenhaus entbinden werde, wo eine Kinderintensivstation angebunden ist. Ich habe diesbezüglich schon viel erlebt, was es bedeuten kann, wenn nicht sofort ein Kinderarzt zur Stelle ist.
Meine Intuition war genau richtig, denn ich mag mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn das Löwenherz nicht sofort fachlich korrekt versorgt gewesen wäre.

Wie ich schon einmal erwähnt habe, gibt es eine Gefäßverbindung im Herzen, Ductus arteriosus botalli, die während der Schwangerschaft dazu da ist um die Lunge zu umgehen. Diese verschließt sich in der Regel nach der Geburt mit dem ersten Atemzug oder in den nächsten Tagen. Bei unserem Löwenherz war es aber immens wichtig, dass dieser Ductus sich nicht verschließt, bis zur großen Herz-OP wo er 9 Wochen alt war. Deswegen bekam er ein Medikament um den Ductus offen zu halten. Auch da hatten wir wieder ein riesen Glück. Die ersten Tage bis zur Diagnose des Herzfehlers blieb der Ductus einfach von alleine offen. Wie durch ein Wunder.
Im Kinderherzzentrum habe ich eine weitere Herzchen Familie kennen gelernt. Bei ihrem Sohn wurde der Herzfehler ebenfalls erst am 3 Tag nach der Geburt festgestellt. Doch dem Kind ging es direkt nach der Geburt gut, sodass es mit der Mutter auf der Entbindungsstation lag und kurz vor der Entlassung war. Dann verschloss sich auf einmal der Ductus und das Kind musste 1,5 Stunden reanimiert werden. Eine wahnsinnig lange Zeit unter keinen optimalen Bedingungen, da in der Klinik keine Kinderintensivstation ist.
Als ich diese Geschichte mitbekam lief es mir kalt den Rücken runter und ich war so unendlich dankbar, dass es bei uns anders gelaufen ist.

Weiterhin können wir uns glücklich schätzen, dass wir an so tolle Ärzte geraten sind, die unserem Löwenbaby die Chance gegeben haben sich zu entwickeln und so den besten Weg zu finden. Selbst die Möglichkeit sich von außen eine Expertise einzuholen haben sie nicht gescheut. Ich kann das gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich darüber bin. Die Ärzte haben nicht nur das Leben meines Löwenbabys gerettet, sondern ihm auch ermöglicht dieses weitestgehend normal führen zu können.

Als es hieß, dass mein Löwe notoperiert werden muss und der gesamte Dickdarm entfernt wurde war ich geschockt. Aber im Nachhinein war auch das großes Glück, dass es “nur” den Dickdarm getroffen hat. Auch da habe ich ein Baby in der Klinik kennengelernt bei dem die gleiche Komplikation eingetreten ist. Doch leider musste bei ihm auch ein Teil des Dünndarms entfernt werden, was bedeutet, dass er in der Nacht immer eine Infusion über einen zentralen Zugang zu Hause bekommt. Die Prognose für eine dauerhafte Ernährung über die Vene ist nicht immer günstig.

Auch das Reanimationsereignis hätte nicht besser laufen können, so schrecklich es auch war. Eine Ärztin, die ich schon länger kenne, hat zu mir gesagt: ” Wenn du mal reanimiert werden möchtest, dann bitte auf einer Intensivstation!”. Hört sich jetzt erstmal hart an, aber es stimmt. Es waren optimale Bedingungen. Durch den Monitor konnten die Werte des Löwenbabys permanent überwacht werden und man konnte sehen, dass sein kleiner Körper immer versorgt war. Des Weiteren waren die Blutkonserven, die er dringend benötigte, sofort griffbereit, sowie die Medikamente. Und natürlich sind die Ärzte und Schwestern geschult auf Notfallsituationen.

Ich könnte noch einige solcher Beispiele bringen. So nervenaufreibend die letzten Monate auch waren und so furchtbar es auch ist gesagt zu bekommen, dass dein Baby schwer krank ist, wir haben wirklich Glück im Unglück. Das Löwenbaby lebt, entwickelt sich, freut sich seines Lebens und wir sind als Familie noch mehr zusammengewachsen.

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Admin - 15:05:51 | Kommentar hinzufügen

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