Mein Löwenherz

Kleines Herz ganz groß, unser Leben mit einem herzkranken Kind

Willkommen in meinem Blog


Neueste 5 Einträge

  • Eine aufregende Zeit/ Herzoperation die Dritte !
  • Herzkatheter Nummer 3!
  • Dezember '17 & Januar '18
  • Familienalltag
  • Infekt im Anmarsch !

Letzte 5 Kommentare

Archiv

2018:April | Juli
2017:Februar | März | April | Mai | Juni | Juli | August | November
2016:November | Dezember

Kategorien

15.11.2016

Adios Intensivstation

Während der Zeit auf der Intensivstation pendelte ich jeden Tag die 50 km zwischen zu Hause und der Klinik. Nun sollte es aber anders werden und ich wollte 24 Stunden mit meinem Löwenbaby verbringen. Ich freute mich so tierisch darauf, auch wenn es natürlich bedeutete, dass ich meine anderen beiden Männer zu Hause zurückließ. Aber mein Bedürfnis bei meinem kranken Baby zu sein war einfach zu stark.
So kamen wir mit Sack und Pack auf der Normalstation an und wurden in ein Zimmer gebracht, indem nur zwei Babybetten standen. Ok, dachte ich, hier kannst du aber nicht mit schlafen. Ich fragte bei der Schwester die uns betreute freundlich nach, ob wir nicht ein anderes Zimmer bekommen könnten, denn ich würde gerne dableiben. Ihre Antwort:” Also das geht nicht. Wir müssen ihr Baby erstmal richtig kennenlernen nach der ganzen Geschichte. Und das geht am besten ohne Mutter. Ich weiß auch überhaupt nicht wer den Müttern immer erzählt, dass sie mit hier schlafen können. Ich kann Ihnen für diese Nacht ein Bett im Spielzimmer aufbauen!”. Sie stellte mir noch einen Stuhl an sein Bett und ging raus.
Bäääm, das hatte gesessen. Als ich alleine war fing ich bitterlich an zu weinen. Schon wieder bestimmen fremde Menschen wann ich mein Baby sehen darf. Ich hatte mich so gefreut endlich ein wenig Mama sein zu können. Wo sollte ich denn jetzt hin? Ich rief den Löwenpapa an, war aber so am Ende meiner Kräfte, dass ich keinen Ton herausbekommen habe.
Am Nachmittag betreute uns dann eine Schwester die mir die ganze Situation noch einmal nett und einfühlsam erklärte. Das Zimmer in dem mein Löwenbaby untergebracht war, befand sich gegenüber von dem Stationszimmer. Falls etwas sein sollte, wäre immer schnell einer bei ihm. Und in dem Zimmer sei einfach kein Bett für Eltern vorgesehen. Das war der hauptsächliche Grund. 

DSC_4524.jpgSie bot mir an, dass ich die ersten Tage im Herzhotel übernachten kann, welches sich auf dem Klinikgelände befindet. Dort könnte ich mich nachts zurückziehen und ein wenig zur Ruhe kommen und trotzdem den ganzen Tag bei meinem Löwen verbringen. Diese Aussage verstand ich. Ich finde es immer wieder erschreckend wie unsensibel einige Menschen doch sind. Gerade wenn sie mit Müttern zu tun haben die in so einer schwierigen Lebenssituation sind. Da genügt das kleinste unachtsame Wort und der Gefühlszustand gerät ins Wanken. Wenn die Schwester es mir so erklärt hätte wie ihre Kollegin, wäre alles in Ordnung gewesen und ich hätte nicht einen weiteren Nervenzusammenbruch gehabt.
Im Nachhinein war das Herzhotel eines der besten Entscheidungen. Hierbei handelt es sich um eine Unterkunft für drei Familien von Kindern die kardiologisch in der Klinik betreut werden. Es wurde neu erbaut, von Spenden finanziert. Insgesamt gibt es drei sehr gut ausgestattete Apartments mit jeweils eigenem Badezimmer. Eine große Küche und einen Hauswirtschaftsraum teilt man sich mit den anderen Familien. Das Herzhotel sollte ab da mein Zuhause für die kommenden drei Monate sein. Das aller beste war, dass der Löwenpapa und der Löwenbruder uns jedes Wochenende besuchen konnten und wir zumindest das Wochenende als Familie zusammen verbringen.
 DSC_4652.jpg
Insgesamt 4 Wochen verbrachten wir nach der Intensivstation auf der Normalstation. Die Nächte schlief ich im Herzhotel und ab morgens um 7 Uhr kümmerte ich mich um mein Löwenbaby. Er war seit der Diagnose Herzfehler an eine Infusion gebunden. Darüber bekam er ein Medikament, welches den Ductus arteriosus botalli offen gehalten hat. Dieses war überlebenswichtig für ihn, denn nur so konnte eine ausreichende Durchblutung gewährleistet werden. Dadurch war allerdings das Handling sehr erschwert. Ich musste darauf achten bei jeder Mobilisation den Zugang am Hals gut zu sichern. Ein einfaches Herausnehmen aus dem Bett war nicht ohne weiteres möglich. Schrecklich für mich. So verbrachten wir unsere Zeit ausschließlich in unserem Zimmer und auch da waren wir durch die Infusion sehr eingeschränkt. Wickeln z.B. fand im Bett statt.
Die Wochen auf der Normalstation waren zum Glück wesentlich weniger aufregend, als die auf der Intensiv. Ich bekam viel Besuch. Natürlich wollten Freunde und Familie auch endlich das Löwenherz kennenlernen. Auf der Intensiv war ich gerne für mich alleine. Es war zwar Besuch erlaubt, aber ich war meistens nicht dazu in der Lage welchen zu empfangen. Ich konnte Gesellschaft schlecht ertragen. Das tat mir immer unglaublich leid für alle lieben Menschen um mich herum, aber ich war einfach so sehr mit mir und unserem Schicksal beschäftigt. An den Wochenenden besuchten meine Männer uns und ich versuchte besonders viel Zeit mit meinem Großen zu verbringen. 
K1600_DSC_4937.jpg
Der Löwenpapa kümmerte sich um den kleinen und der große Bruder und ich machten die verschiedenen Spielplätze unsicher, fuhren Bus und Bahn, gingen schwimmen oder guckten einfach nur TuTa (Übersetzt: Krankenwagen).

Admin - 18:55:06 | Kommentar hinzufügen

Neueste 5 Einträge

  • Eine aufregende Zeit/ Herzoperation die Dritte !
    Ende Mai sollte es nun so weit sein: die OP stand an. Einen Tag zuvor wurden wir stationär aufgenommen. ...
  • Herzkatheter Nummer 3!
    Nach dem Infekt im Januar, folgte ein weiterer Infekt im Februar. Nicht ganz so intensiv, aber reichte ...
  • Dezember '17 & Januar '18
    Kurz vor Weihnachten suchte uns ein fieser Magen-Darm-Virus auf. Mich erwischte es als erstes und dann ...
  • Familienalltag
    Wir haben wirklich lange nichts von uns hören lassen. Aber das hat einen fantastischen Grund: Der Alltag ...
  • Infekt im Anmarsch !
    Ruhig ist es bei uns geworden. So dachte ich zumindest. An einem Wochenende bekam das Löwenbaby plötzlich ...
056440